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Einführung
in das Thema Aufstellungsarbeit, Teil II >>
zu Teil I

Wie
gelingen Organisationsaufstellungen?
Wichtige
Rahmenbedingungen
Kristine Alex
Für das Gelingen von
Organisationsaufstellungen gilt es, im Vorfeld soviel Faktoren wie
möglich zu klären. In der Aufstellung selbst spielen die
verschiedenen Wahrnehmungsebenen eine wichtige Rolle.
Organisationsaufstellungen
benötigen spezielle Rahmenbedingungen, damit erfolgreich
gearbeitet werden kann. Ebenso ist es wichtig, eine ganze Vielfalt
von Wahrnehmungsebenen mit einzubeziehen, um Lösungen zu erarbeiten.
Manchmal hört man die Aussage
von Klienten - aber auch von Organisationsaufstellern - "Ich
fange erst mal mit Organisationsaufstellungen an". Fragt man
genauer nach, stellt sich heraus, dass sich dahinter die Hoffnung
verbirgt, sich mit sehr persönlichen, familiären Themen
nicht auseinandersetzen zu müssen Aufsteller hoffen, solch eine
Aufstellung leichter' begleiten zu können.
Meine persönliche Erfahrung
ist, dass das Aufstellen von beruflichen Anliegen oft sehr viel
komplexer ist als eine Familienaufstellung. Gibt ein Klient den
Auftrag, in die Familie zu schauen, ist es klar, auf welcher Ebene
gearbeitet wird. Bei einem beruflichen Anliegen weiß man vorher
nicht, auf welcher Ebene das Problem/Anliegen des Klienten
ursächlich begründet ist. Je mehr Ebenen man jedoch bei
einer Aufstellung miteinbezieht, desto höher die Chance der Lösungsfindung.
Sehr wichtig sind auch die
Rahmenbedingungen für das Gelingen von
Organisationsaufstellungen. Sie unterscheiden sich von
Familienaufstellungsseminaren und natürlich auch von klassischen
Organisationstrainings, die mit anderen Methoden arbeiten.
Wichtige
Rahmenbedingungen
Im
Vorfeld
o Auftragsklärung
Zu einem klaren Aufstellungsauftrag
gehört, vorab zu besprechen, wer an was arbeiten möchte.
Es gibt Themen, die mit Kollegen
(am besten aus einer Hierarchieebene), gemeinsam bearbeitet werden
können, z.B. Marketingkonzepte, Fusionen, Ziele und Visionen der
Firma. Wichtige Voraussetzung ist jedoch, das jeder der Anwesenden
bereit ist, auf der Aufstellungs-/Spürebene zu arbeiten. Ist nur
eine Person dabei, die das nicht möchte, wird die
Aufstellungsarbeit dadurch extrem blockiert.
Für Themen, die sehr ins
Persönliche gehen, wie zum Beispiel die Führungsrolle
kraftvoll einnehmen, Konflikte mit Kollegen/Chef, berufliche
Entscheidungen, wie Bleiben oder Gehen, ist es besser, ohne
Anwesenheit von Kollegen zu arbeiten. Zur Auftragsklärung
gehört dazu, nachzufragen, ob Persönliches, sofern es trotz
ursprünglich beruflicher Frage auftaucht, bearbeitet werden soll/darf.
Beispiel: Bei einem
ursprünglich vertriebs-orientierten Thema unter Anwesenheit der
ganzen Vertriebsbelegschaft einschließlich Chef, war
plötzlich ersichtlich, dass der gewünschte Großkunde
nicht gewonnen werden konnte. Der Grund war, dass der Vertriebschef
innerlich gekündigt hatte. Dadurch kam kein richtiger Kontakt
mit dem potentiellen Auftraggeber zustande. Die innere Kündigung
wurde im Anschluss persönlich mit dem Vertriebsleiter
weiterbearbeitet, da es nicht unter Anwesenheit von Mitarbeitern
erörtert werden sollte.
o
Setting abklären
Mögliche Aufstellungssettings sind
- Einzelarbeit/Einzelcoaching
- Offene Seminare: Jeder bringt
sein Anliegen mit. Sofern sich die Teilnehmer auch sonst nicht
kennen, kann mit sehr viel Neutralität gearbeitet werden.
- Aufstellungen mit Kollegen
- Aufstellungsmöglichkeit mit Stellvertreterpool:
Sehr gute Erfahrung habe ich mit
der Möglichkeit gemacht, dass Unternehmer mit erfahrenen
Stellvertreter ihre Themen bearbeiten können. In diesem Rahmen
kann auch, sofern gewünscht, in großer Anonymität
gearbeitet werden.
o Aufstellungsort
Über die Jahre habe ich
festgestellt, dass es am Besten ist, wenn Aufstellungen an einem
neutralen Ort stattfinden. Den Auftraggebern fällt es im eigenen
Umfeld sehr viel schwerer, sich auf die Aufstellungsspürebene
einzulassen. Widerstände und eingefahrene Verhaltensmuster
müssen mühsam überwunden werden. Die Arbeit wird
anstrengend und Ablenkungen in den Pausen (Arbeitstelefonate,
Erledigungen etc.) tragen zusätzlich dazu bei.
o
Idealauftrag: Wer aufstellt bezahlt
Sind Klient und Bezahlender
identisch, ist am besten zu arbeiten. Werden Personen zu
Aufstellungsseminaren geschickt, oder landen durch Zufall in einem
Aufstellungsseminar, sind oft Widerstände zu überwinden und
heimliche Aufträge der Geldgeber spielen mit in die Arbeit hinein.
AUFSTELLUNGSABLAUF
o
So wenig Positionen wie nötig
Je direkter man eine
Organisationsaufstellung auf die Fragestellung des Klienten
ausrichtet, desto klarer die Antwort der Aufstellung auf die
gestellte Frage.
Manchmal macht es Sinn, für
Fragen wie zu "Spannung im Team" konkret alle Mitarbeiter
und den Chef aufzustellen. Dies benötigt
erfahrungsgemäß einen umfangreichen Zeitrahmen. Es besteht
die Gefahr, dass Einzelschicksale sehr viel Raum einnehmen und das
rein Berufliche überlagern. Eine Alternative dazu ist,
beispielsweise das Team und das, was Spannung verursacht im
Team' aufzustellen. Sind konkrete Personen wichtig, zeigt sich dies
im Prozess. Man kann sie jederzeit später dazu nehmen.
Grundsatz: Weniger ist oft mehr.
o
Ohne Intention aufstellen
Das Feld kann sich am besten
öffnen, wenn der Aufstellungsleiter bezüglich der
Problemursachen und möglicher Lösungen mit der Haltung
aufstellt, Ich lasse mich überraschen, was das
Aufstellungsbild zeigt'. So können sich die Ursachen und
Lösungsbilder am neutralsten zeigen und entwickeln.
o
Das Vordergründige, das Hintergründige
Wird der Auftrag vergeben, einen
beruflichen Konflikt zu lösen, ist es für den Auftraggeber
oft sehr erstaunlich, wenn dieser aus sehr persönlichen Ebenen
wie beispielsweise der Ursprungsfamilie herrührt.
Ein Beispiel: Ein Unternehmen hatte
drei Gesellschafter, zwei hatten die Geschäftsführung und
der Dritte war Stiller Gesellschafter und hatte einen Großteil
des Kapitals zur Verfügung gestellt. Dieser wollte sein Kapital
aus dem Unternehmen abziehen. Dies war für die beiden
Geschäftsführer nicht nur völlig unverständlich,
sondern es hätte auch die Existenz des Unternehmens bedroht. In
einer Organisationsaufstellung hat sich nun gezeigt, dass der wahre
Grund für das Verhalten des Stillen Gesellschafters sein
Verhältnis zu seinem Vater war. Der Vater, ein überaus
erfolgreicher Unternehmer, hielt seinen Sohn für einen
"Versager". Unbewusst hatte der Sohn Angst, dass wenn er
das Geld in der Firma verlieren würde, der Vater wieder eine
Bestätigung hätte, dass er tatsächlich ein Versager
ist. Der Betrag, um den es ging, war zwar hoch, aber im
Verhältnis zu seinem großen Vermögen eigentlich
überhaupt kein Problem. Es war also auch hier so, dass etwas
ganz anderes hinter dem vordergründigen Thema verborgen war.
o
Auftragsebene neu abklären
Stellt sich während einer
Organisationsaufstellung heraus, dass zur Lösung der
auftauchenden Konflikte ein Ebenenwechsel in die (Ursprungs-)Familie
vorgenommen werden muss, ist es oft sinnvoll den Auftraggeber
nochmals zu fragen, ob er jetzt an diesem Thema weiterarbeiten
möchte oder dies lieber auf einen späteren Zeitpunkt mit
anderen Rahmenbedingungen verschieben möchte.
Beispiel: Ein eigentlich ganz
erfolgreicher Ingenieur in einem großen Konzern hatte bereits
mehrmals die Abteilung gewechselt. Die erhoffte
"Verbesserung" blieb jeweils aus. Nun wollte er wieder die
Abteilung zu wechseln, obwohl ihm die Arbeit "eigentlich
Spaß macht". Diesmal jedoch nutzte er die Möglichkeit,
"sein Thema" in einer Organisationsaufstellung
anzuschauen. Die Fragestellung für ihn: Bleiben oder wechseln?
Aufgestellt wurden zunächst sein Stellvertreter (Focus) und die Aufgabe.
Mit der Aufgabe ging es dem Focus
ganz gut, jedoch war der Impuls "zu gehen" da. Nachdem auch
der Chef dazugestellt wurde, änderte sich die Situation
gravierend. Der Focus fühlte sich vom Chef unter Druck gesetzt,
kontrolliert und dominiert. Der Chef jedoch beteuerte sein Wohlwollen
gegenüber dem Focus. Der Chef äußerte, dass er es
doch nur gut meine und er ihm helfen wolle, dies konnte der Focus
nicht annehmen. Das wiederum verstand der Chef überhaupt nicht
und beschwor noch intensiver sein "ich meine es doch nur
gut!" Umso mehr sich die Lage zuspitzte - der Focus fühlte
sich immer kleiner und der Chef wurde in dessen Augen immer
größer - sah sich der Focus seinem Vater gegenüber.
Die Aufstellungsleiterin wechselte den Chef gegen den Vater aus. -
Die Leiterin holte sich an dieser Stelle die Erlaubnis, auf
persönlicher Ebene weiterzuarbeiten. Der Vater dominierte
ebenfalls den Sohn und ließ ihn seine Erwartungen an ihn
spüren. Das erzeugte Druck und Unwohlsein beim Focus. Nach
mehreren Interventionsvorschlägen seitens der
Aufstellungsleitung konnte der Vater den Sohn loslassen. Der Vater
konnte nun "gütig" auf den Sohn sehen und der Sohn
konnte seinen Weg gehen mit dem Vater im Rücken. Der Sohn konnte
sogar seinen Vater umarmen, was ein Glücksgefühl für
beide darstellte.
o
Trennung Privates und Berufliches
Manchmal werden berufliche und
private Bereiche miteinander vermischt und die eine Ebene kann nicht
mehr ohne die andere wahrgenommen werden.
Beispiel: Aufstellungsanliegen
eines Vorstand war, eine Vorstandssitzung vorzubereiten. Ein
aufgestellter und nicht anwesender Vorstandskollege schaute
während der Aufstellung gebannt hinaus zum Fenster. Der Bann war
so stark, dass die Vermutung nahe lag, dass es sich um etwas sehr
persönliches handelte. Die Kollegen und die Firmenaufgaben
interessierten überhaupt nicht. Ein Versuch, trotzdem
weiterzuarbeiten war "das was da so bannt' aufzustellen,
um zu probieren, ihn in das was beruflich Anstand'
miteinzubeziehen. Manchmal klappt dies, wenn man das, was im Moment
privat sehr beschäftigt, bewusst auftauchen lässt. Dadurch
kann sich die Aufmerksamkeit des Stellvertreters wieder neutraler dem
Beruflichen zuwenden. In obigem Fall war es während der
Aufstellung nicht möglich, den Stellvertreter für die
Arbeit zu interessieren. Kurz nach der Aufstellung stellte sich
heraus, dass seine Frau akut schwer erkrankt war. Zum Zeitpunkt der
Aufstellung war dies bei den Kollegen noch nicht bekannt.
o
Verdecktes Arbeiten
Arbeitet man mit einer
Stellvertreterrunde die sich sehr gut kennt oder sehr viel in
benannte Themen hinein interpretiert wird, kann man auch aufstellen
ohne dass die Stellvertreter sowie Klient wissen, um welches Thema es
sich handelt. Dies ist auch erleichternd in Runden, wo sehr viele
Kopf' sind und wenig Gefühl' zugelassen wird.
Plötzlich merken alle, dass eine Aufstellung auch ohne Verstehen
funktioniert und das Vertrauen in die Methode und das wissende Feld steigt.
o
Abstrakte Positionen
Man kann auch mit abstrakten
Positionen z.B. Kraftquellen anstatt Ahnen, Entscheidungsalternative
A und B arbeiten, sofern nicht die Bereitschaft/das Setting für
persönliches Arbeiten da ist.
Ein Beispiel: Eine Aufstellung
zeigte, dass ein Unternehmensgründer selbst seinen Platz im
Unternehmen als Leiter nicht einnahm. Er hatte ihn an einen
verantwortungsbewussten Mitarbeiter, der wiederum aufgrund seiner
eigenen Familienkonstellation überfordernde Positionen einnahm,
übergeben. Dies führte zu Störfeldern bei den
Mitarbeitern. Ursache für diese Konstellation war, dass er
persönlich geschwächt war durch einen unbewussten Konflikt
mit seinem Vater, den der Klient noch nicht wahrhaben und benennen
wollte, mit den Worten "es gibt nichts zu klären mit meinem Vater".
In solchen Fällen ist manchmal
ein erster Schritt eine Kraftquelle' hinter dem
Geschäftsführer auftauchen zu lassen ohne konkret zu
benennen, um was es sich handelt.
Sobald die Kraftquelle'
hinter dem Stellvertreter stand, konnte er seinen Platz einnehmen und
wurde er von der Belegschaft akzeptiert.
o
Hauptunterschied Familie - Firma
Der wesentliche Unterschied
zwischen Familien- und Organisationszugehörigkeit ist: Eine
Organisation kann man verlassen, eine Familie nicht. Zu ihr
gehört man auf Dauer. Daraus resultieren die unterschiedlichen
Energiedichten von reinen Organisationsthemen zu Familienaufstellungsfragen.
o
Der Einstieg übers Berufliche ins Private
Bei vielen
Organisationsaufstellungsseminaren ist zu beobachten, dass gerade
für Männer der Einstieg in persönliches Arbeiten
über berufliche Fragen stattfindet. Kommentare wie Ich
hätte nie gedacht, dass unsere Fehlgeburt vor fünf Jahren
mich noch so hindert, meinen beruflichen Weg zu gehen. "Jetzt
sehe ich klarer" oder "Für mich war das
Organisationsaufstellen der Einstieg, mich mit meiner
Ursprungsfamilie auseinanderzusetzen", machen dies deutlich.
o
Ressourcenorientiert entlassen
Ziel sollte es bei jeder
Aufstellung sein, Ressourcen zu finden, wie der Klient gut oder
zumindest besser mit einer anstehenden Situation umgehen kann.
Die
Klaviatur der Ebenen
Allgemein bekannt beim Aufstellen
sind die Ebenen der Ursprungsfamilie, Gegenwartsfamilie sowie die
klassischen Organisationsstrukturaufstellungen. In den Jahren meiner
Arbeit mit Aufstellungen habe ich immer wieder begonnen, neue Ebenen
wahrzunehmen, die für Konflikte im privaten sowie beruflichen
Bereich verantwortlich sind. Je mehr Ebenen bei der
Aufstellungsarbeit einbezogen werden, desto umfassender können
die Ursachen von Problemen gelöst und geheilt werden.
Die chinesischen Medizin (Prof. Dr.
Paul Unschuld in seinem Buch 'Medizin in China') benennt sehr
anschaulich vier Einflussfaktoren (I-IV), die für die Entstehung
von Krankheit verantwortlich sind. Weitere habe ich ergänzt.
Nach meiner Erfahrung sind die im folgenden beschriebenen Ebenen
relevant für Problemen im persönlichen wie im beruflichen Bereich.
"Ahnenbefall" (I)
Hierunter werden die aus dem
Aufstellen vertraute Belastungen durch übernommene
Familienmuster verstanden.
Beispiel:
Um die Firma eines Unternehmers
stand es akut sehr finanziell sehr schlecht. Seine Frau hatte
Ängste, dass er sich etwas antun könnte. Überschnelle
Autofahrten etc. deuteten darauf hin. In der Aufstellung zeigte sich
eine starke Verbundenheit mit seinem Großvater, ebenfalls ein
bekannter Unternehmer. Dieser hatte sich umgebracht, indem er sich
aus dem Fenster gestürzt hatte, nachdem er Konkurs ging und
Löhne an seine Mitarbeiter nicht mehr zahlen konnte.
"Windbefall" (II)
Windbefall beschreibt die aktuellen
Einflüsse von außen auf die Gegenwart, zum Beispiel durch
Ereignisse, Personen etc. verursacht. Immer wieder habe ich in
Aufstellungen erlebt, dass es Personen gibt, die sehr stark dazu
neigen, sich alle möglichen Päckchen von anderen (Kollegen,
Freunden etc.) einzusammeln und aufzuladen, um mit diesen mehr
oder weniger munter' in ihrem Leben weiterzugehen.
"Leichenbefall" (III)
Damit sind Seelenanhaftungen, oder
auch gestorbene Seelen, die ihren Weg noch nicht ins Licht gefunden
haben, gemeint.
Diese könnten Themen aus allen
Lebensbereichen beeinflussen wie z.B. Krankheit, Alltagsprobleme,
Beruf, Beziehung. Wichtig ist, die Anhaftungen ins Licht zu
schik-ken. Dies ist über die Aufstellungsarbeit meist schnell
möglich. Dazu müssen nur die entsprechenden
Lösungsmechanismen bekannt sein. Sind sie weggeschickt,
klärt sich der Blick. Ganz wichtig ist dies insbesondere für
berufliche und private Klarheit im Leben.
"Dämonenbefall" (IV)
Dazu gehören Wesenheiten, die
Störungen verursachen. Es ist nicht so sehr wichtig zu
verstehen, um welche Kräfte es sich handelt. Wichtig ist, sofern
sie den Betroffenen belasten, Wandlungsmechanismen zu finden, um sie aufzulösen.
Frühere Leben
Manchmal scheinen Aspekte aus sehr
alten Zeiten zu kommen - jedoch nicht aus der Ursprungsfamilie.
Stellvertreter haben oft ein Gefühl für die Zeitachse, zu
der sie gehören. Man kann sie fragen, wie alt sie sich in ihrer
Position fühlen (jünger, alt, sehr sehr alt...). Oft
können sie eine Antwort geben.
Der Einfluss des Ortes
Materie lagert prägende
Emotionen von Geschehnissen und Personen ein. Alte Wunden und
Gewohnheiten werden durch die Schichten der Zeit hindurchgetragen und
können, solange sie nicht geheilt sind, wachgerufen werden. Die
Energiefelder eines Ortes oder Hauses haben dadurch einen immensen
Einfluss auf die Bewohner, sowohl im privaten wie im beruflichen
Bereich. Dieses Phänomen ist aus der Radiästhesie bekannt.
Ein Beispiel: Die Aufstellung eines
großen Tagungs- und Wellnesshotels hatte das Ziel,
herauszufinden warum es eine längere Phase des
Umsatzrückganges gab. In der Aufstellung stellte sich heraus,
dass das Energiefeld des Platzes dringend gereinigt werden musste.
Ungelöste Ereignisse auf diesem Platz, welche die jetzigen
Betreiber des Tagungsunternehmens noch stark beeinflussten, lagen
etwa 70-80 Jahre zurück. Das Management sowie Kunden reagierten
sehr stark auf die alten Geschehnisse. Im Nachhinein stellte sich
heraus, dass die Verantwortlichen schon sensibilisiert waren und
Versuche unternommen hatten den Platz zu reinigen
Wie bezieht man die
unterschiedlichen Ebenen mit ein?
Wichtig ist ein geschärfter
Blick für das, was eine aufgestellte Position ausmacht. Es gibt
z.B. Doppelbelichtungen, das heißt, eine Position ist mehrfach
besetzt. Manchmal stehen Personen im Nebel, dann kann man den Nebel
aufstellen. Ein benebelter Blick weist oft auf Anhaftungen hin.
Lösungen erarbeiten
Es gar nicht wichtig genau zu
verstehen, was ein Thema negativ beeinflusst. Manchmal hindert es
eher wenn der Blick zu neugierig darauf gerichtet wird. Wichtig ist
das Beherrschen der Wandlungsmechanismen abstrakter Positionen, um
Lösungen zu erarbeiten.
Es gilt: Man braucht den Hausstaub
nicht zu analysieren, um ein Haus zu reinigen!
Erschienen in: systemische
AufstellungsPraxis, Ausgabe 3/2004
Kristine
Alex (geb. Erb),
Dipl.
oec.troph., 10 Jahre Erfahrung im Internationalen Management, Seit 8
Jahren hauptberufliche Spezialisierung auf Aufstellungsarbeit im
persönlichen und beruflichen Kontext, Gründerin des system.
Fortbildungs- und Beratungsinstitut 'Systeme in Aktion, München
& Chiemgau; Buchautorin "Die Ordnungen des Erfolgs".
Info: Systeme in Aktion, Institut
für systemische
Beratung und Systemaufstellungen
München & Chiemgau,
Kristine Alex (geb. Erb),
Am Seefeld 7, 83257 Gstadt/Gollenshausen
Tel: 08054 - 90 20 23, Fax: 08054 -
90 20 24
E-Mail: alex@systeme-in-aktion.de
Internet: www.systeme-in-aktion.de
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